ÖH: Das Gusenbauer Modell


Eines vorweg: Sehr konkret ist das vorgeschlagene Modell nicht. Was klar ist: Die SPÖ hat ihr Wahlversprechen, die Studiengebühren ersatzlos abzuschaffen gebrochen. Anstelle dessen kommt ein Modell, das keine der negativen Auswirkungen der Studiengebühren entkräftet. Im Gegenteil: Studierenden, die jetzt ohnehin schon zu 80% arbeiten müssen, wird "angeboten" anstelle der Studiengebühren 60 Stunden Sozialdienst im Semester zu leisten. Der Haken: In jedem Studierendenjob verdient man mehr, als die 6 Euro des Sozialdienstes. Wieso also sollte irgendjemand, der/sie sich Studiengebühren nicht leisten kann, dieses Angebot statt einem normalen Studierendenjob annehmen?

Abgesehen davon ist das Modell ein Schlag ins Gesicht der Sozialberufe, wie VertreterInnen einiger Freiwiligenorganisationen betonen: Das Modell geht davon aus, dass Sterbebegleitung "jedEr dahergelaufene Studierende" ohne Ausbildung machen kann. Freiwilligenorganisationen befürchten außerdem ein Lohndumping im Sozialbereich.

Der umstrittene Absatz im Koalitionspapier:
"Das bestehende System der Studienbeiträge wird folgendermaßen verändert: Eine interministerielle Arbeitsgruppe wird das Studienbeihilfensystem im Hinblick auf seine soziale Treffsicherheit untersuchen und Verbesserungsvorschläge erstatten. Das bereits existierende Kreditmodell wird ausgebaut und in der Öffentlichkeit mit dem Ziel verstärkt bekannt gemacht, dass es von einem größeren Kreis an Studenten in Anspruch genommen wird. Dazu kommt die Möglichkeit dass künftig bestimmte gemeinnützige unentgeltliche Tätigkeiten im Ausmaß von 60 Stunden im Semester eine Refundierung der Studienbeiträge bewirken. Hierbei wird besonders an Beutreuungs- und Unterstützungsleistungen im Rahmen des Schulwesens und an Tätigkeiten im Rahmen neuer sozialer Herausforderungen (Hospiz-Bewegung) gedacht. Bei den Fachhochschulen treten keine Anderungen ein."
Koalitionsübereinkommen zwischen SPÖ und ÖVP vom 8.1.2007


heruntergeladen von: www.oeh.ac.at

12.1.07 15:30

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